Das Wichtigste in 30 Sekunden
Alexander Griese, Ofen- und Luftheizungsbaumeister, Halle (Saale) · Stand: 1. November 2026
Ein Kamin lässt sich an den meisten Häusern nachrüsten. Fehlt ein passender Schornstein, kommt meist ein doppelwandiger Edelstahlschornstein an die Außenwand, montiert in ein bis zwei Tagen. In Sachsen-Anhalt braucht er keinen Bauantrag, vor dem ersten Feuer nimmt der Bezirksschornsteinfeger die Anlage ab.
Welcher Kamin lässt sich nachrüsten?
Nachrüsten lassen sich alle drei Ofenformen: Kaminofen, Heizkamin und Kachelofen. Am schnellsten geht der Kaminofen mit Einbau und Anschluss, denn er ist ein fertiges Gerät. Zur Auswahl stehen bei uns Kaminöfen von rund 15 Anbietern.
Ein Heizkamin nach Maß ist je nach Größe in etwa drei bis fünf Tagen gebaut, ein Kachelofen in etwa fünf bis acht Tagen. Welche Form zu Ihrem Alltag passt, erklärt der Ratgeber Kachelofen oder Kamin.
Was ist, wenn kein Schornstein da ist?
Dann wird ein Schornstein nachgerüstet, meist als doppelwandiger Edelstahlschornstein an der Außenwand. Er braucht keinen Eingriff in Decken und Dach und ist in ein bis zwei Tagen montiert. Innen im Haus ist ein Keramikschornstein möglich.
Nach § 60 der Bauordnung Sachsen-Anhalt sind Abgasanlagen in und an Gebäuden verfahrensfrei, ein Bauantrag ist also nicht nötig.1 Bei Denkmalschutz braucht es aber eine Genehmigung, in Eigentümergemeinschaft oder Mietwohnung die Zustimmung der Gemeinschaft oder des Vermieters.
Mehr dazu im Ratgeber Edelstahlschornstein nachrüsten und auf der Seite Schornstein nachrüsten in Halle.
Wie hoch muss der neue Schornstein sein?
Bei Feuerstätten für Holz, die seit 2022 errichtet werden, muss die Mündung firstnah liegen und den First um mindestens 40 Zentimeter überragen.2 Bei Dachneigungen unter 20 Grad wird mit einem gedachten First gerechnet, als hätte das Dach 20 Grad Neigung.2
Bei Anlagen bis 50 Kilowatt muss die Mündung außerdem im Umkreis von 15 Metern Fenster, Türen und Lüftungsöffnungen um mindestens einen Meter überragen.2 Für Häuser, die vor 2022 gebaut oder genehmigt wurden, gibt es Erleichterungen, wenn diese Höhe im Einzelfall unverhältnismäßig ist.2
Was muss vor dem Einbau noch geprüft werden?
Neben dem Schornstein zählen Aufstellort, Abstände und Verbrennungsluft. Querschnitt und Höhe des Schornsteins müssen zum Ofen passen, sonst zieht er schlecht. Ein Grundofen ist schwer, deshalb prüfen wir vor dem Entwurf, ob der Boden die Last trägt.
Neue Feuerstätten müssen die Grenzwerte der Stufe 2 der 1. BImSchV einhalten, Kaminöfen brauchen dafür eine Typprüfung des Herstellers.3 Wir bauen nur Geräte ein, die diese Werte nachweislich schaffen.
Wann darf der nachgerüstete Kamin zum ersten Mal brennen?
Erst wenn der Bezirksschornsteinfeger die Tauglichkeit und die sichere Nutzbarkeit der Abgasanlage bescheinigt hat.4 Den Einbau muss der Eigentümer ihm unverzüglich mitteilen.5 Wir stimmen die Planung vorher mit ihm ab, damit die Abnahme durch den Schornsteinfeger beim ersten Termin klappt.
Für die Arbeitskosten von Einbau und Montage gilt die Steuerermäßigung nach § 35a EStG: 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro im Jahr.6 Den Festpreis für Ofen und Schornstein nennen wir nach dem Aufmaß vor Ort in Halle (Saale).
Kurze Fragen zum Kamin nachrüsten
Kann man in jedes Haus einen Kamin einbauen?
In die meisten Häuser ja. Fehlt ein Schornstein, wird meist ein Edelstahlschornstein an der Außenwand nachgerüstet. Grenzen setzen Denkmalschutz, die Zustimmung von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft und die nötige Höhe über Dach. Das klären wir beim Termin vor Ort.
Wie lange dauert es, einen Kamin nachzurüsten?
Der Edelstahlschornstein ist meist in ein bis zwei Tagen montiert. Ein Kaminofen wird danach aufgestellt und angeschlossen, ein Heizkamin braucht etwa drei bis fünf Tage, ein Kachelofen etwa fünf bis acht. Vorher kommen Aufmaß, Planung und Abstimmung mit dem Schornsteinfeger.
Was kostet es, einen Kamin nachzurüsten?
Das hängt von der Ofenform, vom Schornstein und von der Höhe bis über den First ab. Einen Listenpreis gibt es nicht. Nach dem Aufmaß vor Ort bekommen Sie ein Festpreisangebot für Ofen und Schornstein zusammen.
Quellen
- § 60 Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt, Abs. 1 Nr. 2 a (verfahrensfreie Abgasanlagen), abgerufen am 01.11.2026
- § 19 der 1. BImSchV (Ableitbedingungen für Abgase), abgerufen am 01.11.2026
- § 4 der 1. BImSchV (Anforderungen an Einzelraumfeuerungsanlagen, Typprüfung), abgerufen am 01.11.2026
- § 81 Absatz 2 Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt (Inbetriebnahme von Feuerstätten), abgerufen am 01.11.2026
- § 1 Absatz 2 Schornsteinfeger-Handwerksgesetz (Mitteilungspflicht des Eigentümers), abgerufen am 01.11.2026
- § 35a Einkommensteuergesetz, abgerufen am 01.11.2026
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der Stand der verlinkten Quellen.
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